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aktualisiert am: 04.09.2002

Rede des Amtsvorstehers Wilfried Kühl
zur Feier des 10jährigen Amtsjubiläums in Moltzow am 02. September 2002

[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10]Worin lagen die besonderen Probleme zu dieser Zeit? Zunächst
einmal hatten wir in dieser recht kurzen Zeit nach der politischen Wende in
Deutschland sehr selbstbewusste Gemeindevertretungen, die beweisen wollten,
dass es aufwärts geht und dies mit umfangreichen Maßnahmen nachweisen wollten.
Da waren die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die die Beschlüsse der
Gemeinden durchsetzen sollten und wollten und für die das Amt nicht in jedem
Fall Partner war, sondern die das Amt eher als Hemmnis oder notwendiges "Übel"
betrachteten. Da war aber auch nun dieses Amt mit seinen Mitarbeitern, das
sich nicht unbedingt als "Schreibstube für die Gemeinden" betrachtete, die die
Verwaltung der Gemeinden organisieren wollte, die Aufträge abarbeiten und als
Dienstleister für die Bürger auftreten wollte. Helfend und beratend, immer das
Wohl der Bürger und der Gemeinden im Hinterkopf, wollte das Amt aber auch in
gewissem Umfang "mitbestimmen". Da waren dann aber auch noch die Bürgerinnen
und Bürger, die ja gemeinhin auch Menschen sind und dies mit allen positiven
und negativen Eigenschaften, die so ein Mensch haben kann. Da sind dann in dem
einen oder anderen Fall sehr viele Probleme vorprogrammiert gewesen. Da stand
das Amt, die Mitarbeiter des Amtes schon mal des Öfteren im Mittelpunkt der
Kritik. Berechtigt oder unberechtigt, das sei an dieser Stelle mal
dahingestellt, aber das ist im Übrigen wohl auch derzeit noch so. Der Bürger
erwartete perfekte, fehlerlose Arbeit, vergaß aber dabei, dass neben einer
kurzen Lehrzeit in den Verwaltungsgemeinschaften keine weitere Ausbildung
stattgefunden hatte. Die Erfahrungen in der Praxis fehlten und die Mitarbeiter
befanden sich selbst in einem Lernprozess und wurden ins kalte Wasser gestoßen
und sollten schwimmen. Auch die technische Ausstattung des Amtes war nicht so,
wie es hätte sein müssen. Neben fehlender Technik mussten verschiedene
Computerprogramme, mit denen in den Ämtern Hohen Wangelin und Grabowhöfe
gearbeitet wurde, kompatibel gemacht werden, ein fast aussichtsloses
Unterfangen. Dass Computer ihre Tücken haben können, wissen wir heute alle.
Doch heute haben wir ein vernetztes Computersystem, welches die
Verwaltungsarbeit prägt und die Arbeit vereinfacht. Eine nicht unwesentliche
Rolle beim Aufbau und bei der Entwicklung des Amtes spielten die Bürgermeister
und Bürgermeisterinnen. Kommunalverfassung, Gesetze und Verordnungen waren
nicht unbedingt die Lieblingslektüre. Eigentlich wurde gearbeitet, als gäbe es
solche gar nicht. Finanzielle Schranken wurden oftmals negiert, ohne Rücksicht
auf die möglichen Konsequenzen. Ein Riesenproblem zu dieser Zeit, sicherlich
auch heute noch, stellte der Bereich Liegenschaften dar. Hier wurden wir
oftmals vor schier aussichtslose Probleme gestellt. Ich sage nur ungelöste
Eigentumsverhältnisse, TLG, Amt für offene Vermögensfragen. Dann wird es bei
vielen, die sich zu dieser Zeit damit auseinandersetzen mussten, klingeln. Als
ein letztes, aus einer Vielzahl von Problemen, möchte ich den kommunalen
Wohnungsbestand und die Verwaltung der Wohnungen durch das Amt ansprechen.
Schon in der Gründerzeit des Amtes oftmals ein Trauma, hat sich hier heraus
eine derzeit schier unlösbare Barriere aufgetan, dazu aber später mehr. Und
mittendrin das Amt, zuständig für die Organisation der Verwaltungstätigkeit,
für die Vorbereitung umfangreicher Gemeindevertreter- und Ausschusssitzungen,
für die Bearbeitung unzähliger privater und kommunaler Bauvorhaben, für eine
Fülle von Anträgen im sozialen Bereich, insbesondere Sozialhilfe und Wohngeld,
zuständig für eine riesige Anzahl von Steuerbescheiden, für die Erarbeitung
von Haushaltssatzungen und die fast obligatorischen Nachträge. Da sind aber
auch die Bereiche, die nicht so oft im Mittelpunkt stehen, wie
Einwohnermeldeamt, die Betreuung der Kindertagesstätten und Schulen,
Liegenschaften etc. Ich will nicht alle Sachgebiete aufzählen, die im
Zuständigkeitsbereich des Amtes liegen. Allein die angesprochenen Aufgaben
zeigen, wie umfangreich die Verwaltung zu arbeiten hatte und hat. Ich möchte
mich an dieser Stelle bei all denen bedanken, die maßgeblich am Aufbau und an
der Profilierung des Amtes mitgewirkt haben. [ weiter ]